Cybersex

Cybersex

Der aus dem Englischen entlehnte Begriff „Cybersex“ kam erstmals zu Beginn der 1990er Jahre auf. Er bezeichnet unterschiedliche Arten virtueller Erotik und Pornographie, die interaktiv mithilfe von Computern oder über das Internet ausgeübt werden können. 

Das Spektrum von Handlungen, die mit dem Begriff „Cybersex“ bezeichnet werden, ist allerdings äußerst umfangreich: Während sich der Begriff ursprünglich vor allem auf die Anbahnung sexueller Kontakte mittels E-Mails oder Onlinedating bezog, kamen im Rahmen der immer größer werdenden Verbreitung des Internets erste spezielle Chatrooms auf, in denen sich User über ihre erotischen Phantasien austauschen und verbal stimulieren konnten. Doch mit dem Auftauchen erster erotischer MMORPGs („Massively Multiplayer Online Role Playing Games“) erreichte die Evolution des Cybersex ein ganz neues Level: In Spielen wie „Red Light Center“ (veröffentlicht 2006) können die User die Rollen virtueller Avatare einnehmen, die sich frei in virtuellen 3D Welten bewegen können. Sie haben dabei die Möglichkeit, mit den von anderen Usern gesteuerten Avataren zu interagieren und sogar interaktiven virtuellen Sex (=Cybersex) mit diesen auszuleben.

Während die Steuerung der Avatare ursprünglich nur mittels Maus und Tastatur erfolgte, deutet sich neuerdings der Trend an, die Avatare mittels speziell produzierter interaktiver Sexspielzeuge zu steuern – beispielsweise künstlichen Pussys für Männer (Fleshlight + Vstroker) oder steuerbaren Vibratoren und Sexmaschinen für Frauen. Somit ist es erstmals möglich, virtuellen Cybersex und das reale Erleben von unmittelbarer sexueller Stimulation miteinander zu verbinden (diese Möglichkeit besteht zurzeit allerdings nur bei manchen MMORPGs). Der nächste Schritt in dieser Entwicklung dürften voraussichtlich spezielle Ganzkörperanzüge sowie Datenhelme und Datenhandschuhe sein – die Entwicklung dieser Vorrichtungen steckt momentan allerdings noch in den Kinderschuhen.

Im Chatjargon wird Cybersex gewöhnlich mit „CS“ oder „C6“ abgekürzt. Kommt bei der Ausübung von Cybersex eine Webcam zum Einsatz, so spricht man auch von „Camsex“ oder „Webcam Sex“. Über die Verbreitung und Nutzung von Cybersex-Angeboten gibt es momentan nur wenige Studien und Statistiken. Neueste Untersuchungen aus den USA kamen zu dem Ergebnis, dass bereits ca. 40 Millionen Menschen Webseiten mit entsprechenden Angeboten besuchen. Wir sind uns sicher, dass die Zahl der User dank immer raffinierter werdender Multiplayer Sexgames und immer ausgefeilteren interaktiven Sexspielzeugen stetig ansteigen wird. Hinzu kommt, dass Cybersex den unbestreitbaren Vorteil hat, dass man sich keine sexuell übertragbaren Krankheiten einfangen kann und dass das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft absolut ausgeschlossen ist.

Eine gute Zusammenfassung bietet da auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Cybersex